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Midnight Family

Luke Lorentzen, Mexiko, 2019o

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Mexiko-Stadt hält für 9 Millionen Einwohner ganze 45 städtische Krankenwagen bereit. Ohne private Rettungsdienste wie jenen der Familie Ochoa würden viele Menschen in Not keine Erste Hilfe erhalten. Doch die privaten Sanitäter müssen mit allerlei Herausforderungen kämpfen: Die Patienten können oft nicht zahlen, die korrupte Polizei will mitkassieren, und die Auseinandersetzung mit anderen Anbietern ist unerbittlich. – Zum Zeitpunkt des Shutdowns teilweise noch in den Kinos, ist Midnight Family nun als vorgezogene Streaming-Premiere zu sehen. Mit dem leicht erhöhten Mietpreis unterstützen Sie die Schweizer Verleih- und Kinobranche.

Drei Jahre lang begleitete der junge US-Regisseur Luke Lorentzen die Ochoas bei ihrer Arbeit. Er ist hautnah am Geschehen, beschönigt nichts und bewahrt dennoch die Würde der Patienten. Dabei zeigt Lorentzen, dass sich die Ochoas in einer moralischen Grauzone bewegen. Ein packendes und erschütterndes Porträt eines kaputten Systems, in dem die Menschen täglich ums nackte Überleben kämpfen.

Dino Pozzi

Sélectionné et primé dans moult festivals, Midnight Family est un documentaire d’immersion impressionnant. Jeune réalisateur américain de 27 ans, Luke Lorentzen suit la famille Ochoa au volant de l’une des nombreuses ambulances privées qui, nuit après nuit, se met en chasse de «clients» solvables. En découvrant ce film sidérant, l’on ne peut s’empêcher de les imaginer en action au jour d’aujourd’hui, alors que le coronavirus menace une capitale non préparée, par la faute d’autorités inconscientes.

Vincent Adatte

Galerieo

29.12.2019
© Alle Rechte vorbehalten Filmbulletin. Zur Verfügung gestellt von Filmbulletin Archiv
Tages-Anzeiger, 22.12.2019
«Erstaunlich viele liessen sich filmen»

Midnight Family zeigt eine mexikanische Familie, die davon lebt, Menschen zu retten. US-Regisseur Luke Lorentzen erzählt, wie er sie dabei begleitete.

Von Dario Pollice

Sie haben eine Familie begleitet, die in Mexiko-Stadt eine Ambulanz fährt und betreibt. Hat die Stadt denn keine eigenen Kranken­wagen?

Die Stadtverwaltung hat für ihre 9 Millionen Einwohnerinnen und Einwohner weniger als 45 Krankenwagen zur Verfügung. Als Folge davon gibt es private Ambulanz-Unternehmer wie die Familie Ochoa, die die Lücke füllen. Manche von ihnen sind registriert, andere nicht. Sie sind auf sich gestellt und befinden sich im Wettstreit miteinander, wer als Erstes an eine Unfall­stelle kommt.

Wie haben Sie die Familie kennen gelernt?

Ich wohnte in Mexiko-Stadt und sah die Ochoas mit ihrem Krankenwagen in der Strasse vor meiner Wohnung. Ihre Arbeit faszinierte mich, und da fragte ich sie, ob ich mitfahren könne. Über einen Zeitraum von drei Jahren begleitete ich sie in fast 100 Nächten. Wir begannen jeweils etwa um ein Uhr nachmittags und hörten gegen sieben Uhr ­morgens auf.

Das war sicher ermüdend.

Es war ein schwieriger Arbeitsprozess. Ich bin eine Ein-Mann-Crew. Einerseits arbeite ich gern so, andererseits war einfach der Platz im Kranken­wagen ein­geschränkt. Ausserdem stellten sich immer ­wieder ethische Fragen.

Zum Beispiel?

Das Überleben der Ochoas kontrastiert mit dem Überleben der Patienten, und gegen Ende wird dieser Konflikt immer vertrackter. Als Filme­macher muss ich die Menschen dazu bringen, dass sie mir ihre Geschichten anvertrauen. Aber ich muss auch ihre mora­lisch fragwürdigen Handlungen zeigen.

Apropos moralisch fragwürdig: Wie verhielten Sie sich beim Filmen von Unfallstellen?

Ich brauchte lange, um die richtige Art und Weise herauszufinden. Ein­einhalb Jahre lang filmte ich keine Unfall­stellen, ich fühlte mich unwohl dabei. Dann realisierte ich, dass ich vieles von dem, was die Ochoas durchmachen, versäumte. Ich fragte die Patienten, ob ich sie filmen dürfte, und erstaunlich viele gaben ihre Zusage. Wenn nicht, schaltete ich die Kamera aus. Ich musste an jede Situation neu herangehen, folgte aber gewissen Regeln: Ich filmte keine Gesichter und keine Bewusstlosen.

© Alle Rechte vorbehalten Tages-Anzeiger. Zur Verfügung gestellt von Tages-Anzeiger Archiv
Medical Mission Network, 22.06.2015
© Alle Rechte vorbehalten Medical Mission Network. Zur Verfügung gestellt von Medical Mission Network Archiv
rogerebert.com, 05.12.2019
© Alle Rechte vorbehalten rogerebert.com. Zur Verfügung gestellt von rogerebert.com Archiv
Variety, 09.11.2019
© Alle Rechte vorbehalten Variety. Zur Verfügung gestellt von Variety Archiv
Director Luke Lorentzen on "Midnight Family" and capturing chaos in Mexico City
/ Film at Lincoln Center
en / 21.04.2019 / 22‘54‘‘

Compilation of ambulances responding in Mexico City
J. Magno / MX Emergencies
en / 07.04.2017 / 3‘24‘‘

Notfallsanitäter im Einsatz
/ ARD
de / 27.01.2018 / 5‘06‘‘

A conversation with Luke Lorentzen
Von Ailsa Chang / NPR
en / 7‘38‘‘

Filmdateno

Genre
Dokumentarfilm
Länge
90 Min.
Originalsprache
Spanisch
Bewertungen
cccccccccc
ØIhre Bewertung7.4/10
IMDB-User:
7.4 (963)
Cinefile-User:
< 10 Stimmen
KritikerInnen:
< 3 Stimmen q

Cast & Crewo

Luke LorentzenRegie
Luke LorentzenDrehbuch
Luke LorentzenKamera
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Bonuso

iGefilmt
Director Luke Lorentzen on "Midnight Family" and capturing chaos in Mexico City
Film at Lincoln Center, en , 22‘54‘‘
s
Compilation of ambulances responding in Mexico City
MX Emergencies, en , 3‘24‘‘
s
Notfallsanitäter im Einsatz
ARD, de , 5‘06‘‘
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gGeschrieben
Besprechung Filmbulletin
Michael Pfister
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Interview mit Regisseur Luke Lorentzen
Tages-Anzeiger / Dario Pollice
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Über das Gesundheitssystem von Mexiko
Medical Mission Network / Redaktion
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Besprechung rogerebert.com
Matt Zoller Seitz
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Besprechung Variety
Nick Schager
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hGesprochen
A conversation with Luke Lorentzen
NPR / en / 7‘38‘‘
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